
Beide stammten aus dem Weiler La Chapelle, der Pfarrei Saint-Nicolas de Véroce, die an Chamonix grenzt und zur Diözese Genf gehört. In den 1530er Jahren ließen sie sich als Pächter auf dem Gut von Guillaume Regnault, einem Edelmann aus Romont und Herrn von Chanéaz, in dessen Haus in La Crausaz bei Grandvaux nieder. Ab den 1540er Jahren trat das Paar dann in den Dienst von Jean Amédée Gaschet, Bannerherr von Payerne. Der steile Weg, der von Villette nach Grandvaux führt, verläuft an La Crausaz vorbei, einem schönen Winzerhaus, in dem die ursprünglich aus Savoyen stammenden Bovards Fuß fassten und zu Waadtländern wurden.
Die zahlreichen Geschwister (zwei Töchter und sechs Söhne) von Pierre Bovard waren die Vorfahren aller Träger dieses Familiennamens, die später das Bürgerrecht der großen Pfarreien Lutry und Villette sowie der daraus hervorgegangenen Dörfer und Gemeinden erlangten. Diese Winzerfamilien verbreiteten sich vor allem in Épesses, in Riex und ab 1780 in Cully, wo einige ihrer Nachkommen weiterhin Wein anbauen und Qualitätsweine produzieren.
Das Erbe Bovards wurde unter der Feder von Charles-Ferdinand Ramuz (1878–1947) sogar zur Symbolfigur des Winzers aus dem Lavaux. Der große Waadtländer Schriftsteller prägte dieses Bild in «Bovard dans sa vigne», einer Passage aus dem Roman «Passage du poète» (1923). Ramuz machte Bovard zum nachdenklichen Winzer, der am Ende eines Lebens voller Arbeit mit seiner Frau verweilt. Dieser berühmte Text wurde lange Zeit als Vorwort im Familienbuch jedes Waadtländers abgedruckt.
Zunächst schlug er eine Karriere als Verwaltungsfachmann ein und leitete sowohl das Office des vins vaudois (1963–1973) als auch den Comptoir suisse (1973–1983). 1983 trat er die Nachfolge seines Vaters als Winzer an und widmete sich zahlreichen Studien, Initiativen und Innovationen, wie beispielsweise der Einführung von Chenin blanc, Sauvignon blanc und Syrah im Lavaux. Louis-Philippe Bovard gründete das Weinmuseum in Aigle, die „Mémoire des vins suisses“, „Arte Vitis“, die „Baronnie du Dézaley“ und das „Conservatoire Mondial du Chasselas“ oder war an deren Gründung beteiligt. Einige seiner emblematischen Weine erhielten die höchsten nationalen und internationalen Auszeichnungen sowie die besten Bewertungen in Fachführern wie dem Parker-Guide.


Da sie sich leidenschaftlich für die Landwirtschaft und das architektonische Erbe interessierte, leitete sie die Restaurierung und den Bau von Dorfhäusern.
Anne-Christine Bovard war zudem eine talentierte Malerin.