Azote Vaud 2024 – 2026
Auf Initiative der Bovard-Stiftung und der Generaldirektion für Landwirtschaft, Weinbau und Veterinärwesen des Kantons Waadt wurde für einen Zeitraum von drei Jahren (2024 bis 2026) ein Netzwerk aus elf Parzellen eingerichtet, die überwiegend mit Chasselas bepflanzt sind. An dem Projekt beteiligen sich Winzer aus dem Lavaux und der La Côte. Es zielt darauf ab, verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung der Grasbedeckung und der Düngung in Weinbergen zu untersuchen. Erste Ergebnisse zeigen den erheblichen Einfluss der Bodenbewirtschaftung auf die Stickstoffversorgung der Reben.
Die Bedeutung der Stickstoffversorgung der Rebe
Im Bestreben nach einer nachhaltigeren Produktion haben viele Winzer die Düngung der Reben stark reduziert. Sie verzichten zudem auf die Bodenunkräuterbekämpfung zugunsten einer Begrünung, die, da sie ebenfalls Wasser und Nährstoffe benötigt, sich manchmal als Konkurrentin für die Rebe erweist. Weiße Rebsorten wie Chasselas reagieren besonders empfindlich auf einen Stickstoffmangel im Most bei der Lese. Weine mit Stickstoffmangel weisen oft eine geringere Intensität und Komplexität im Bouquet auf. Sie sind am Gaumen dünner, adstringierend oder bitter und können zudem vorzeitig altern.
Auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung der Fondation Bovard wurde ein Versuchsprojekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, verschiedene Anbaumethoden zu testen, das Nährstoffgleichgewicht im Weinberg wiederherzustellen und künftigen Stickstoffmangel zu verhindern. Unter Mitwirkung interessierter Winzer wurde ein Netz von Parzellen in den Weinbergen von Lavaux und La Côte ausgewählt. Es wurden elf Parzellen ausgewählt, die über einen Zeitraum von drei Jahren (2024 bis 2026) nach einem identischen Versuchsprotokoll bearbeitet werden. Die Studie befasste sich mit den Auswirkungen der Pflege des Cavaillon (des Erdstreifens zwischen den Rebstöcken) und der Düngung.
Die Forschungsansätze zielen in erster Linie darauf ab, die Konkurrenz durch geeignete Maßnahmen der Bodenpflege (Spontanbegrünung, Gründüngung) oder deren Kontrolle (chemische/mechanische Unkrautbekämpfung, Teilbegrünung, Pflege der Cavaillon) zu verringern. Die Forschungsansätze befassen sich zudem mit der Wahl und dem jährlichen Zeitpunkt der Düngung (Stickstoffart, Blatt- oder Bodendüngung, Standort).
Die ersten Versuchsergebnisse liegen vor.
Die ersten Versuchsergebnisse liegen vor. Im Jahr 2024 wiesen die Parzellen des Netzwerks eine große Variabilität des Gehalts an assimilierbarem Stickstoff im Most bei der Lese auf, der häufig unterhalb der Schwelle für starken Mangel lag. Bereits in der ersten Saison verbesserte die einfache Unkrautbekämpfung im Cavaillon den Stickstoffgehalt der Moste signifikant. Die Kombination aus einem gut gejäteten Cavaillon und einer punktuellen Düngung unter den Rebzeilen im Frühjahr ermöglichte es, den durchschnittlichen Stickstoffgehalt des Netzwerks wieder über die kritische Schwelle für starken Mangel zu bringen.
Das Projekt läuft derzeit weiter, wobei die Ergebnisse dieses Versuchs hinsichtlich der Wuchskraft der Reben, des Ertrags sowie der Weinqualität im Fokus stehen.