Conservatoire Mondial du Chasselas

Conservatoire Mondial du Chasselas

Das Conservatoire Mondial du Chasselas wurde 2010 auf Initiative von Louis-Philippe Bovard oberhalb von Rivaz eröffnet und hat sich zum Ziel gesetzt, diese seit dem 12. Jahrhundert im Lavaux angebaute weisse Rebsorte zu bewahren.

Es möchte die Öffentlichkeit, die Winzer und die Forscher für die zahlreichen Chasselas-Sorten und ihre jeweiligen Eigenschaften sensibilisieren. Das Ziel ist es, die Rebstöcke auszuwählen, die am besten an die verschiedenen Terroirs, die sich wandelnden Geschmacksvorlieben der Verbraucher und die klimatischen Veränderungen angepasst sind. Es geht auch um Qualität: langfristig soll ein Weißwein der Spitzenklasse produziert werden.

Die Rebsorte

Das 2010 in Rivaz eingeweihte Weltkonservatorium für Chasselas hat sich zum Ziel gesetzt, diese seit dem 12. Jahrhundert im Lavaux angebaute weisse Rebsorte zu bewahren und aufzuwerten. Es möchte die Öffentlichkeit, die Winzer und die Forscher für die zahlreichen Chasselas-Sorten und ihre jeweiligen Eigenschaften sensibilisieren. Jüngste Studien haben gezeigt, dass die Rebsorte wahrscheinlich aus dem Genferseebecken stammt. Chasselas wird heute weltweit angebaut und nimmt eine Gesamtfläche von etwa 40.000 Hektar ein. In seinen bevorzugten Anbaugebieten liefert er Weine von hoher Qualität sowie ausgezeichnete Tafeltrauben.

Es gibt eine große Vielfalt an Chasselas-Typen. Diese ging jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts zugunsten eines einzigen Typs verloren, des Fendant roux, dessen Anbau sich allgemein durchgesetzt hat. Das Conservatoire bewahrt diese Biodiversität durch den Anbau und die Erforschung von neunzehn Biotypen im unteren Teil, vor allem weißen, aber auch roten und roséfarbenen. Der mittlere Teil wird von fünf Sorten eingenommen, die früher im Kanton Waadt verbreitet waren: der Fendant roux, der Vert de la Côte, der Giclet, die Blanchette und der Bois rouge. Unter ihnen haben sich der Giclet und der Bois rouge als die vielversprechendsten erwiesen. Der obere Teil beherbergt fünf neue polyklonale Selektionen, die sich durch unterschiedliche Ertragspotenziale, Säuregehalte und Stickstoffverbindungen auszeichnen.

Das Ziel ist es, die Rebsorten auszuwählen, die am besten an die verschiedenen Terroirs, die sich wandelnden Geschmacksvorlieben der Verbraucher und den Klimawandel angepasst sind, in der Hoffnung, damit den Weinberg von morgen vorwegzunehmen. Das oberste Ziel ist vor allem qualitativer Natur. Es geht darum, langfristig einen Weißwein der Spitzenklasse zu produzieren. Es werden Studien durchgeführt, um die Biotypen zu identifizieren, die je nach Terroir die besten Erträge, Zuckergehalte, Säurewerte und Aromastoffe gewährleisten.

Ein Ort zum Spazierengehen

Das Conservatoire ist sowohl eine Forschungs- als auch eine Informationsplattform und zudem ein wunderbarer Ort für Spaziergänge. Hier lässt sich die Vielfalt der Farben der Beeren, des Laubs, der Zweige und der Trauben entdecken. Diese Unterschiede zeigen sich beispielsweise in weißen, rosa oder roten Beeren, in Zweigen mit rotem oder grünem Holz oder auch in Blättern mit mehr oder weniger ausgeprägten Einschnitten. Das Terroir offenbart zudem den Reichtum des Erbes, der Identität und der Kultur des Chasselas.

Das Konservatorium wurde auf Initiative von Louis-Philippe Bovard als gemeinnützige Stiftung gegründet. Es wird in Zusammenarbeit mit Agroscope Changins-Wädenswil, dem Office Vaudois de la Viticulture, der Gemeinde Rivaz und der Domaine Bovard betrieben.

Das Conservatoire Mondial du Chasselas in Mont-sur-Rolle

Im Jahr 2017 wurde in Mont-sur-Rolle auf der Domaine La Colombe der Familie Paccot eine Nachbildung der Sammlung von Rivaz angelegt. Der Vorteil dieses zweiten Konservatoriums besteht darin, die Forschungsergebnisse aus dem Lavaux und der La Côte vergleichen sowie die Unterschiede in Boden und Klima beurteilen zu können. Die auf 500 Metern Höhe gelegene, gut exponierte und windgeschützte Parzelle von einem Hektar wird biodynamisch bewirtschaftet, der Art der Landwirtschaft, die auf der Domaine La Colombe praktiziert wird. Wie in Rivaz beherbergt das Konservatorium von Mont-sur-Rolle neunzehn Biotypen von Chasselas sowie die fünf neuen polyklonalen Selektionen.

 

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